JCB peilt neuen geschwindigkeitsrekord für landfahrzeuge mit eigenen wasserstoffmotoren an
Der britische Maschinenbaukonzern JCB will mit einem 32 Fuß (rund 9,75 Meter) langen Fahrzeug, angetrieben von eigenen Wasserstoffmotoren, einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen.
Der im englischen Staffordshire ansässige Hersteller, der weltweit mehr als 20.000 Mitarbeitende beschäftigt, hat im Rahmen einer Investition von 100 Millionen Pfund über fünf Jahre hinweg Wasserstoff-Verbrennungsmotoren entwickelt. Baumaschinen von JCB mit dieser Technologie laufen mittlerweile bereits vom Band.
Exakt 20 Jahre nach dem historischen Erfolg des JCB Dieselmax kehrt das Unternehmen nun an einen legendären Ort zurück: die Bonneville Salt Flats in Utah. Dort soll ein neuer Geschwindigkeitsrekord aufgestellt werden – diesmal mit Wasserstoffantrieb.
Im August 2006 stellte der JCB Dieselmax, gesteuert von Wing Commander Andy Green OBE, mit 350,092 mph (563,418 km/h) den Diesel-Landgeschwindigkeitsrekord auf – ein Rekord, der bis heute Bestand hat. Im August dieses Jahres wird Andy Green erneut am Steuer sitzen und den wasserstoffbetriebenen JCB Hydromax pilotieren. Das von JCB geführte Projekt wird von Prodrive und Ricardo unterstützt.
JCB Chairman Anthony Bamford, der das Wasserstoffprogramm des Unternehmens maßgeblich vorantreibt, erklärt: „Großbritannien hat eine stolze Tradition im Aufstellen von Geschwindigkeitsrekorden. Als britisches Unternehmen begeistert es mich, erneut einen Rekord ins Visier zu nehmen – diesmal mit Wasserstoff. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern darum, das erstklassige Ingenieur-Know-how im Vereinigten Königreich sowie die Leistungsfähigkeit und Robustheit unserer neuen Wasserstoffmotoren zu demonstrieren.
Der JCB Dieselmax war damals eine etwas ungewöhnliche Idee – aber sie hat bewiesen, was möglich ist. Ein fortschrittlicher Motor in einem Landgeschwindigkeitsfahrzeug zeigt der Welt sein Potenzial auf eine Weise, wie es ein Bagger niemals könnte. Genau dieses Denken verfolgen wir heute beim Thema Wasserstoff. Wer es mit Emissionsreduktion ernst meint, muss es auch mit Wasserstoff ernst meinen – und ein Landgeschwindigkeitsprojekt ist der perfekte Beweis dafür.“
Mit Blick auf das Ziel ergänzt Bamford: „Was die Geschwindigkeit des JCB Hydromax betrifft, wollen wir die Marke von 350 mph (563,27 km/h) übertreffen.“
Andy Green, der mit 763,035 mph (1.227,986 km/h) der schnellste Mensch der Welt ist und als einziger die Schallmauer auf dem Land durchbrochen hat, sagt:
„Vor zwanzig Jahren nahm JCB zwei Dieselmotoren, veredelte sie mit außergewöhnlicher Ingenieurskunst und baute sie in ein Rennfahrzeug ein. Damit erreichten wir eine atemberaubende Geschwindigkeit von über 350 mph und stellten einen neuen FIA-Weltrekord auf. Dieses Fahrzeug ist bis heute das schnellste dieselbetriebene Fahrzeug der Geschichte. Jetzt kehren wir mit JCBs neuen Wasserstoffmotoren an die Bonneville Salt Flats zurück – die spirituelle Heimat des Landgeschwindigkeitsweltrekords.“
„Das Fahrzeug JCB Hydromax ist leichter, leistungsstärker und schneller als sein Vorgänger von vor 20 Jahren. Erneut werden wir der Welt zeigen, wie leistungsfähig britische Ingenieurskunst und Technologie wirklich sind. Im August werden wir den Rekord für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge brechen – mit dem schnellsten (und spannendsten!) emissionsfreien Fahrzeug der Welt. Ich kann es kaum erwarten.“
Die Testphase beginnt im Vereinigten Königreich, bevor das Team zur Bonneville SpeedWeek aufbricht – dem weltweit führenden Event für Landgeschwindigkeitsrennen, bei dem Teilnehmer aus aller Welt auf den weiten Salzflächen von Utah Jagd auf Rekorde machen.
Der JCB Hydromax wird mit zwei seriennahen Wasserstoffmotoren antreten, die zusammen eine Leistung von 1.600 PS erzeugen. Die SpeedWeek wird von der Southern California Timing Association (SCTA) organisiert, die die offiziellen Klassenrekorde bei der Veranstaltung überwacht und bestätigt.
Im Anschluss bleibt das Team in Bonneville, um offiziell anerkannte Weltrekorde unter der Schirmherrschaft der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA), dem globalen Dachverband des Motorsports, anzustreben.
Der Geschwindigkeitsrekordversuch von JCB erfolgt im Vorfeld der Eröffnung des neuen JCB-Werks in San Antonio, Texas. Die Investition von 500 Millionen US-Dollar umfasst eine Fläche von rund einer Million Quadratfuß (ca. 93.000 m²) auf einem 400 Acre (ca. 162 ha) großen Gelände. In dem Werk sollen künftig 1.500 Mitarbeitende Maschinen für den US-Markt produzieren.
JCB blickt auf eine lange Tradition zurück, die Grenzen der Geschwindigkeit immer wieder neu auszuloten. So wurde der JCB Fastrac im Jahr 2019 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 135,191 mph (217,57 km/h) zum schnellsten Traktor der Welt gekürt. Bereits 2014 stellte der JCB GT mit 72,58 mph (116,78 km/h) den Weltrekord für den schnellsten Baggerlader auf.
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